1.
Ist
Ratsarbeit parteipolitisch geprägt?
Die
einzelnen Ratsmitglieder vereinigen sich in Fraktionen. Zusätzlich dazu
bildet die CDU-Fraktion mit der FDP eine Gruppe. Wirkliche Parteipolitik
wird nur dort betrieben, wo den Entscheidungen weltanschauliche
Ansichten zugrunde liegen. Bei den meisten Entscheidungen, wie zum
Beispiel der Verteilung von Zuschüssen im Sportbereich, spielen diesen
Ansichten nur eine untergeordnete Rolle.
Für die
Ratsmitglieder sollte das Wohl der Stadt im Vordergrund stehen und nicht
die Parteipolitik, die zugegeben eine wichtige Rolle spielt. Durch die
Kooperation von SPD und CDU/FDP im Rat werden die meisten Entscheidungen
gemeinsam getragen, was angesichts der finanziell angespannten Lage der
Stadt äußerst sinnvoll ist. Der nach Außen getragene Konsens wird in
den Ausschüssen oftmals kontrovers diskutiert.
2.
Wie
groß ist die Einflussmöglichkeit des einzelnen Ratsmitgliedes?
Die
Entscheidungen die der Rat oder der Verwaltungsausschuss sowie die
Fachausschüsse treffen werden von der Verwaltung vorbereitet. Das
Ratsmitglied als ehrenamtlich tätige Person ist auf diese Vorarbeit und
auf die Vorschläge der Verwaltung angewiesen. Die Vorschläge sollten
kritisch geprüft und eventuell überarbeitet werden. Das Ratsmitglied
ist eher als Kontrolleur denn als Impulsgeber zu sehen. Wirklichen
Einfluss oder spürbare Impulse kann nur die Fraktion als Ganzes geben.
Die
Einflussmöglichkeiten eines einzelnen Ratsmitgliedes sind nur beschränkt
möglich. Dennoch kann man Bedenken der Bürgerinnen und Bürger
einbringen, wenn diesen Bedenken gegenüber den Mandatsträgern äußert.
3.
Hat
sich die Kommunalpolitik vom Wahlvolk
"abgekoppelt"?
Eine gute
Kommunikation zwischen Bürger und Ratsmitglied ist dafür notwendig.
Diese Kupplung zwischen Wähler und Politiker muss funktionieren. In den
letzten Jahren "schleifte" die Kupplung etwas. Durch mein Forum
möchte ich erreichen, dass Sie über mich wieder mehr Einblick in die
örtliche Politik bekommen und sich von den Politikern endlich wieder
verstanden fühlen.
4.
Erreicht
die Arbeit des Ratsmitglieder die Bevölkerung?
In
vielen Gesprächen vor der Kommunalwahl zeigte sich, dass die öffentlichkeitswirksamen
Beschlüsse wahrgenommen und diskutiert werden. Die Wahrnehmung der übrigen
Arbeit hält sich in Grenzen. Ausgedrückt hat sich das in der geringen
Wahlbeteiligung. Die Ratsmitglieder sind die Entscheidungsträger, die
über örtliche Belange (Bebauungspläne, Ausweisung von Neubau-
gebieten, Bau von Spielplätzen etc.) entscheiden. Es hat den Anschein,
dass viele Bürger diesen Umstand verkennen und nicht wählen, weil sie
unzureichend informiert werden.
Lösen
kann das Problem nur jeder Einzelne, indem er sich selbst informiert.
Die Informationen hierzu möchte ich geben und somit dazu beitragen, das
Ratsarbeit transparenter wird. Besonders den jungen Wählern, die
bereits ab 16 Jahren über die Zusammensetzung des Stadtrates
entscheiden können, sollte von Anfang an gezeigt werden, wie Politik
funktioniert. Die Über- alterung der Parteien macht es nämlich immer
schwieriger, Listen mit einem Bevölkerungs- querschnitt (besonders im
Hinblich auf das Alter) zusammenzustellen.
5.
Was
"verdient"
ein Ratsmitglied?
Alle
Ratsmitglieder bekleiden ein Ehrenamt, bekommen dafür kein Gehalt
sondern eine Aufwandsentschädigung, die im Zuge der Euroumstellung ein
paar Cent angehoben worden ist.
Die
Aufwandsentschädigungen für den Ratsherrn Hüdepohl kosten den
Steuerzahler (§ 2 der Entschädigungssatzung der Stadt Uelzen):
|
Aufwandsentschädigung |
118,--
EUR monatlich |
|
Auslagenersatz
Fahrten |
18,-- EUR monatlich |
|
plus
ein "Sitzungsgeld" von |
16,-- EUR pro
Sitzung (Rats-, Ausschuss- und
Fraktionssitzungen) |